Leseverstehen Teil 1
Lesen Sie zuerst die 10 Überschriften. Lesen Sie dann die fünf Texte und entscheiden Sie, welcher Text (1–5) am besten zu welcher Überschrift (a–j) passt. Tragen Sie Ihre Lösungen in den Antwortbogen bei den Aufgaben 1–5 ein.
a. Neue Richtlinie für Zertifizierung von Medikamenten für Kinder
b. Neue Verfahren in der Kinderheilkunde
c. Gefahren zu hohen Fernsehkonsums bei Kindern
d. ALTERNATIVE HEILVERFAHREN: WIE GUT SIND SIE WIRKLICH?
e. Naturkosmetik aus Geschwisterhand
f. Kinder bekommen immer mehr Medikamente
g. Studie: Schulkinder treiben zu wenig Sport
h. SCHLECHTE NOTEN FÜRS BABY-TV
i. Kinder und Jugendliche: Risikofaktor Übergewicht
j. Neueste Forschungsergebnisse zur Wirkung von Ginseng
Leseverstehen Teil 2
Lesen Sie zuerst den Artikel und lösen Sie dann die Aufgaben (6–10) zu dem Text.
Wir brauchen überall mehr Visionäre
Der Expeditionsleiter Arved Fuchs über die Faszination und den Sinn von Grenzerfah rungen.
Das Wort Abenteurer, wie es in Bezug auf mich so pauschal verwendet wird, habe ich immer ganz anders verstanden. Abenteuer ist für mich etwas, das im Kopf stattfindet. Die Freiheit, das Un mögliche zu denken, Dinge zu wagen, von denen andere erst einmal sagen: Das geht nicht.
Die Freiheit aufzubrechen hat mich schon in meiner Jugend durchdrungen. Und einzutauchen in Naturlandschaften bringt einen auch wirklich vorwärts. Träume, aus denen Visionen entstehen, braucht aber nicht nur das Individuum für sich, sondern auch die Gesellschaft als Ganzes. Denn Visionen sind es, die Aktivitäten generieren. Wenn man sich in der Welt umblickt, entdeckt man mannigfaltige Probleme. Wir brauchen da her mehr Visionäre auf allen Gebieten, ganz be sonders aber im Umweltschutz und beim Thema Klimawandel.
Die Polarregionen haben mich schon immer fasziniert. Es sind die Regionen, in denen man dem Weltraum am nächsten ist: Ohne Hilfsmit tel sind sie eigentlich nicht bewohnbar. Doch ist es nicht mehr unsere Aufgabe, Neuland zu erobern – es gibt heute auch keine weißen Flecken mehr auf der Landkarte. Die Erde ist entdeckt. Aber es gibt die weißen Flecken auf meiner persönlichen Landkarte. Ich selbst entdecke diese Landschaften und dabei auch mich selbst, indem ich mich mit diesen Naturlandschaften auseinandersetze.
Das gilt in ganz besonderem Maße für eine Nordpolexpedition, die ich 1989 durchgeführt habe. Mit Teilnehmern aus acht verschiedenen Nationen, einem internationalen Team, tausend Kilometer unterwegs über diesen zugefrorenen Ozean – das ist nicht immer nur Spaß. Es ist auch eine Tour der Leiden, mit Erfrierungen und Ähn lichem. Aber man kommt dabei wirklich an die Natur heran. Ich persönlich verbinde sehr viel mit dieser Expedition. Dabei galt tatsächlich der Satz: Der Weg ist das Ziel. Das Zusammenwirken von acht unterschiedlichen Menschen aus acht verschiedenen Kulturkreisen, die sich zusammen raufen mussten, um diese schwierige Aufgabe zu meistern: Das ist eine Lebensschule.
Wenn man mich fragt: „Wem nützt das?“, so ist meine Antwort: Zuallererst nützt es mir. Ich möchte das tun, und ich schade ja durch mein Tun niemandem. Ich realisiere solche Träume, solche Visionen für mich. Ich verstehe diese Expediti onen als eine Plattform, um Menschen Zugang zu diesen Landschaften zu gewähren, Menschen, die nicht selbst vor Ort sein können. Ich reise sozu sagen als Stellvertreter dorthin, ich betreibe Lobbyarbeit für diese Naturlandschaften und die indigenen Völker, die dort leben und immer die Leidtragenden sind, wenn sich etwas verändert.
Ich wollte nie aussteigen oder die Brücken hinter mir abbrechen. Mir ist das Leben hier auch sehr wichtig – Freunde und Familie bedeuten mir viel und auch die Annehmlichkeiten der Zivilisa tion weiß ich zu schätzen. Ich glaube, wenn man sich auf Dauer entfernt, versteht man nicht mehr, was die Menschen beschäftigt. Davor hatte ich immer ein wenig Angst. Heute habe ich sie nicht mehr, auch wenn ich einen Teil des Jahres in der Natur verbringe und anderen Gesetzmäßigkeiten unterworfen bin. Auf diesen Reisen in die Natur lernt man Demut – vor der Natur, vor der Schöp fung.
Wir versuchen, unsere Eindrücke auch direkt an junge Menschen weiterzugeben. Im Sommer 2007 gab es auf Spitzbergen ein Jugendcamp, in das selbst Jugendliche aus China reisten, um sich unter wissenschaftlicher Anleitung theoretisches Grund wissen über die Polarregion anzueignen. Im zwei ten Teil nahmen wir sie mit hinaus, damit sie prak tisch erfuhren, was ein Gletscher ist. Wir wollen die Jugend begeistern für die Einzigartigkeit dieser Natur, damit sie als Botschafter dieser Landschaften in ihre Länder zurückkehren und bei ihren Alters genossen als Multiplikatoren wirken.
Bald werden wir wieder aufbrechen ins Eis, dann beginnt erneut die Wanderung von dieser Welt in die andere. Ich freue mich sehr darauf – so wie ich mich auch darauf freue, wieder nach Hause zurückzukehren.
Leseverstehen Teil 3
Lesen Sie zuerst die zehn Situationen (11–20) und dann die zwölf Info-Texte (a–l).
Welcher Info-Text passt zu welcher Situation?
Sie können jeden Info-Text nur einmal verwenden.
Markieren Sie Ihre Lösungen auf dem Antwortbogen bei den Aufgaben 11–20. Manchmal gibt es keine Lösung. Markieren Sie dann X.
Part 1
Questions 1-5
1. Fernsehen ist der Sprachentwicklung bei Kleinkindern nicht förderlich. Sie sind bunt und lus tig, die Teletubbys, die am Bildschirm auch deutsche Kinder beglücken. Doch gute Sprach lehrer für Babys sind sie nicht – so das Ergebnis einer US-amerikanischen Studie. „Manche Eltern mögen davon träumen, dass ihre Kinder die ersten Worte beim Fernsehen lernen“, sagt eine Linguistin, „aber das funktioniert nicht.“
Die Kommunikationsexpertin hat 48 Kleinkinder im Alter von 5 bis 24 Monaten getestet. Zuerst bekamen sie Gegenstände zu Gesicht, für die sie noch keine Worte hatten – etwa einen Schraubenzieher. Für das gezeigte Objekt erfanden die Forscher dann ein Fantasiewort wie „Deet“. „Damit wollten wir sicherstellen, dass die Kinder den Begriff wirklich noch nie gehört hatten“, erklärt die Expertin. Dann wurde es fünfmal wiederholt – entweder in einem Tele tubby-ähnlichen Video oder direkt von einer anwesenden Person.
Nach kurzer Pause legten die Forscher ihren Probanden einige Gegenstände vor und forder ten sie auf: „Zeig mir Deet.“
Babys, die das Wort direkt gelernt hatten, reagierten spätestens bei der dritten Wiederholung. Die jungen TV-Seher aber waren meist ratlos. 1
2. Pharmakologen am Universitätsklinikum Tübingen haben kürzlich bei einer Auswertung von 1,6 Millionen Rezeptverordnungen für Kinder und Jugendliche festgestellt, dass in gut 13 Pro zent der Fälle das jeweils verschriebene Medikament gar nicht eigens für Kinder zugelassen war oder in einer für sie nicht getesteten Dosierung verwendet wurde. In Kinderkliniken sind etwa 50 Prozent, auf Intensivstationen für Neugeborene sogar bis zu 90 Prozent der verab reichten Medikamente nicht speziell für Kinder konzipiert.
Noch bedenklicher: Je kleiner und je kränker ein Kind ist, desto mehr dieser „Off-Label“ Verordnungen hat es zu erwarten.
Besonders bei den in Kliniken behandelten, ernsthafteren Krankheiten aber können die Ärzte oft gar nicht anders, als für Kinder nicht getestete Medikamente zu verabreichen. Da Kinder vergleichsweise selten schwer erkranken, sind die aufwendigen Testverfahren zur Herstellung altersspezifischer Medikamente für die Hersteller häufig wirtschaftlich uninteressant.
Glücklicherweise ändert sich dieser Zustand durch eine EU-Verordnung, die seit Januar 2007 gilt: Demnach müssen alle in der Entwicklung befindlichen Medikamente, die für Kinder und Jugendliche in Betracht kommen, auch an ihnen geprüft werden. Für bereits zugelassene Präparate gibt es finanzielle Anreize, sie nachträglich an jungen Altersgruppen zu erproben. Geprüfte Medikamente erhalten dann den Packungsaufdruck: „Für Kinder geprüft.“ 2
3. Alternative Heilverfahren können vor allem bei leichten Erkrankungen hilfreich sein. Dabei gilt es, Nützliches von Scharlatanerie zu unterscheiden.
Viele sprechen noch von „alternativer“ Heilkunde. Doch inzwischen ist für die etwa 400 Heil verfahren jenseits der Schulmedizin der Ausdruck „Komplementärmedizin“ üblich geworden. Denn die Akupunkteure, Aromatherapeuten, anthroposophischen Mediziner, Pflanzenheil kundler, Homöopathen und viele andere begreifen ihre besonderen Methoden meist als Ergän zung der herkömmlichen Medizin und nicht als deren Ersatz.
In dieser Funktion ist die Komplementärmedizin heute weithin akzeptiert.
Auch in der Kinderheilkunde sind die Verfahren beliebt. Ob sie wirksam sind, lässt sich mithilfe klinischer Studien überprüfen. Die aber sind aufwendig und teuer, weshalb es oft an wissen schaftlichen Wirksamkeitsnachweisen mangelt. Sicher nachgewiesen ist vor allem die Wirk samkeit von Pflanzenpräparaten.
Mehr Forschung auf dem Gebiet der Komplementärmedizin könnte verhindern, dass mancher vielleicht nützliche Behandlungsansatz den Schulmedizinern völlig aus dem Blick gerät. Und einige Ärzte sollten vielleicht darüber nachdenken, was ein Kenner jener Szene vor einiger Zeit auf einem Kongress des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte gesagt hat. Das Erfolgsgeheimnis der Anbieter nicht-konventioneller Methoden beruhe vor allem darauf, dass sie den Eltern das Gefühl vermittelten, „endlich einmal ernst genommen zu werden”. 3
4. Die eine liebt Flora und Fauna, die andere hat ein Händchen für Kommunikation und Marke ting: Zusammen betreiben die Schwestern Henrike Rodemeier und Gesine Wischmann Deutschlands einzige Ginseng-Farm im niedersächsischen Bockhorn. Als studierte Agrar ingenieurin ist die 38-jährige Rodemeier für den Anbau zuständig. Die vier Jahre ältere Schwester vertreibt über ihre Firma Florafarm die aus den Wurzeln gewonnenen Arzneimittel. Zudem entwickelte die gelernte Pharmareferentin eine eigene Ginseng-Kosmetiklinie. Den Anfang hatte ihr Vater Heinrich Wischmann bereits vor 24 Jahren gemacht:
Er gab die unrentable traditionelle Landwirtschaft auf und konzentrierte sich auf den Anbau von Ginsengwurzeln, die unter anderem das Immunsystem stärken und den Blutdruck regu lieren. Trotz Ruhestand ist auch er noch auf der Farm aktiv. Doch die Zukunft gehört den Töchtern – die planen bereits eine Dependance. 4
5. Kinder essen zu viel Fast Food, aber zu wenig Obst und Gemüse, so eine Expertin vom Deutschen Institut für Ernährungsmedizin und Diätetik (D.I.E.T.) in Bad Aachen. Nach Angabe der Deutschen Gesellschaft für Ernährung sind 10 bis 20 Prozent aller Schul kinder und Jugendlichen übergewichtig, Tendenz steigend. Übergewicht kann schon im frühen Alter zu Folgeerkrankungen wie Hypertonie, Fettstoffwechselstörungen, Diabetes oder Gallensteinleiden führen. Zu den Ursachen gehören eine oftmals zu hohe tägliche Energie- und Fettzufuhr und man gelnde Bewegung. Gerade bei einer genetischen Vorbelastung führt das zu einer Zunahme der Fettmasse des Körpers. Das D.I.E.T. rät daher allen Eltern, ihren Kindern von klein auf eine gesunde Kost zu bieten. Durch einen regelmäßigen Mahlzeitenrhythmus im Tagesablauf kann außerdem unkontrol liertes ‚Zwischendurchessen‘ vermieden werden. Ein kompletter Verzicht auf Süßes ist aus psychologischen Gründen nicht empfehlenswert, ein vernünftiger Umgang mit Süßigkeiten muss erlernt werden. Durch vermehrte körperliche Aktivität wird der Energieverbrauch erhöht. Eltern sollten versuchen, bei ihren Kindern sportliche Interessen zu wecken und Hobbys zu fördern. 5
Part 2
Questions 6-10
Part 3
Questions 11-20
11. Sie möchten einem Verwandten eine Lampe aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts schenken. Sie können dafür aber höchstens 100 Euro ausgeben. 11
12. Sie suchen für ihre Kollegin eine aktuelle CD als Geburtstagsgeschenk. 12
13. Gemeinsam mit anderen Verwandten möchten Sie Ihren kunstbegeisterten Großeltern ein besonderes Wochenende schenken. 13
14. Ihre Freundin fährt nicht gern Auto und möchte eine Ausstellung bekannter Malerinnen besuchen. 14
15. Ihre Chefin sucht für ihre Dienstreisen einen leistungsfähigen, gut zu transportierenden leichten Computer, mit dem sie überall ihre Präsentationen zeigen kann. 15
16. Eine befreundete Familie möchte einen autofreien Urlaub am Meer verbringen. 16
17. Ein Freund möchte lernen, wie man Computerspiele entwickelt. 17
18. Eine Bekannte möchte wetterfeste Möbel für ihre Terrasse kaufen. 18
19. Ihr Nachbar braucht ein neues Bad. 19
20. Sie möchten mit Bekannten am Wochenende Bayern per Bahn erleben. 20